Passionskonzert – Oratorium "Der Tod Jesu" – Georg Philipp Telemann


Sonntag, 25. März 2018 • 18.00 Uhr - Pfarrkirche St. Oswald Anif

Es ist schon Tradition, dass Anif.Kultur am Palmsonntag Dr. Hans Krüger zu Ehren ein Passionskonzert in der Anifer Pfarrkirche veranstaltet. Auch heuer wieder wird ein berühmtes, großes Werk der Musikgeschichte interpretiert: Das Passions-Oratorium „Der Tod Jesu“ von Georg Philipp Telemann mit Gesangssolisten, Chor und Orchester. Telemanns Passionsmusik zählte im 18. und 19. Jahrhundert zu den populärsten Passionsoratorien und war nach seiner Uraufführung die meistaufgeführte Passionsmusik. Es lohnt sich sehr, diese empfindsam-lyrische Musik heute wieder zu entdecken. „Was Telemann schrieb, ist (ein Mozartphänomen) so leicht anzuhören, wie es schwer zu spielen ist…“ (E. Krekeler)


Karten € 20,–/ 15,–/ 10,– beim Gästeservice Anif
Kartentelefon 0650/ 424 94 01


Solisten:
Claire E. Craig: Sopran
Katrin Heles: Alt
Richard Klein: Tenor
Krzysztof Borysiewicz: Bass
Christoph Schöffmann: Bass

Vocalensemble Salzburg Barock

Orchester Salzburg Barock

Leitung:
Hans-Josef Knaust


Programmheft - Passionskonzert

ProgrammTelemann20180325.pdf (756,2 KiB)

Georg Philipp Telemann
Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann (*1681, †1767 in Hamburg) war ein deutscher Komponist des Barock. Seit sich der Todestag zum 250. Mal jährte, wird Telemanns Werk, von dem es bis heute kein komplettes Werkverzeichnis gibt, verstärkt auf die Bühne gebracht. Immerhin sind an die 3.000 Kantaten, Ouvertüren, Quartette, Passionen, Opern und sogenannte „Bratensymphonien“ (Gelegenheitsstücke und Tafelmusiken) des Komponisten bekannt.

Elmar Krekeler schreibt in Welt digital: „…Telemann muss man sich nicht in gebückter Haltung nähern. Er taugt nicht zur Anbetung. Er ist ein Gott der scheinbar kleinen, scheinbar leichten Dinge, der Melodie, der Eleganz, des Lichts. So dunkel kann es in seinen Kantaten, seinen (46!) Passionen, seinen Opern nicht werden, dass da nicht doch noch ein letzter Rest Licht wäre.

Und wenn es ein feines Lachen ist. Telemann ist – das macht ihn neben der Tatsache, dass ein deutscher Barockkomponist (es sei denn, er arbeitet in England) keine Opern zu schreiben hat, unter den Lordsiegelbewahrern des Deutschen in der Musik besonders verdächtig – ein begnadeter Humorist, keiner seiner Zeitgenossen, wahrscheinlich kaum einer seiner Zunftgenossen hatte einen derart feinen Witz.

An Frömmigkeit hat es dabei nie gemangelt. Sie strahlt aus allen bekannten Kantaten, die fast die Hälfte seines zum Teil verschollenen, zum Teil noch nicht edierten, auf jeden Fall aber noch zu entdeckenden Werkes ausmachen. Frömmigkeit ja, alle Jenseitigkeit aber, aller Mystizismus ist ihm fremd.

Was er schrieb, ist (in nuce ein Mozartphänomen) so leicht anzuhören, wie es schwer zu spielen ist. Mit der geistigen Freiheit des Autodidakten mischte er Stile und Klangfarben, hielt er sein Werk stets offen für Entwicklungen der Zeit, glitt vielen Jungen voran vom Barock in die Frühromantik.

Vergrub sich gerade im genialischen Spätwerk nicht in den in Jahrzehnten musikalisch ausgetretenen Schützengräben altmeisterlicher Jenseitigkeit, sondern ließ stets frische Luft hinein. Was ihn, den von vielen Höfen umschwärmten Freigeist (er konnte herrliche Briefe schreiben) und allumfassend talentierten Musikunternehmer, zum Leitstern seiner Zeit machte.“ Elmar Krekeler, WELT digital


Solisten:

Die Sopranistin Claire Elizabeth Craig stellte sich 2017 und 2015 als Lied-Sängerin bei der Mozartwoche Salzburg vor.
Bei den Salzburger Festspielen gab die Sopranistin 2013 ihr Debut unter der Leitung von Ivor Bolton, begleitet vom Mozarteumorchester Salzburg, und kehrte 2016 als Solistin mit Mozarts c-Moll-Messe unter der Leitung von Ádám Fischer, mit der Camerata Salzburg, zu den Salzburger Festspielen zurück.

Claire Elizabeth Craig widmet sich intensiv der Kirchenmusik, so sang sie u. a. das Sopran-Solo in Pergolesis Stabat Mater und 2014 Mozarts c-Moll-Messe in Pisa. 2015 gab sie ihr Debut bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, wo sie auch 2017 wieder als Solistin zu erleben war.

Claire Elizabeth Craig
Claire Elizabeth Craig

Katrin Heles
Katrin Heles

Die Mezzosopranistin Katrin Heles begann ihre musikalische Ausbildung am Konservatorium der Stadt Luxemburg, wo sie neben ihrer Gesangsausbildung auch eine Geigen- sowie eine Klavierausbildung erhielt. Sie schloss ihre Gesangsausbildung am Konservatorium 2011 mit einem 1er Prix en Chant ab und wurde mit dem Prix Christiane Join für außergewöhnliche Leistungen ausgezeichnet.

2015 schloss sie ihr Bachelor-Studium an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Elisabeth Wilke mit Bestnote ab und wurde in den Master-Studiengang aufgenommen.
2013 war Katrin Heles bei den Salzburger Festspielen als Lehrbube in Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg zu hören, 2017 übernahm sie dieselbe Partie an der Mailänder Scala (Gatti/ Kupfer).

Katrin ist regelmäßig bei Konzerten und Liederabenden im In- und Ausland zu hören. Katrin Heles ist Preisträgerin der Stiftung zur Förderung junger Künstler in Luxemburg, sowie Stipendiatin des Richard Wagner Verbandes Trier-Luxemburg.


Der Tiroler Tenor Richard Klein absolvierte sein Studium im Bereich Jazzklavier am Konservatorium des Landes Tirol und vollzog danach einen Wechsel zum klassischen Gesang. Von 2006 bis 2012 studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien in der Klasse von Prof . Karlheinz Hanser und Prof Charles Spencer.

Im Sommer 2008 schloss er erfolgreich das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck ab. Auftritte führten ihn bisher unter anderem an das Tiroler Landestheater, ans Landestheater Linz, an die Berliner Staatsoper unter den Linden, zu den Innsbrucker Festwochen, an das Kinderzelt der Wiener Staatsoper, zur Wiener Taschenoper, zu den Tiroler Festspielen Erl, zu Sirene Operntheater Wien, zum Festival Musica Strasbourg, zur Elbphilharmonie Hamburg, das Konzerthaus Wien und an das Staatstheater Oldenburg.

Dabei arbeitete er u.a. mit Dirigenten wie Rene Jacobs, Konrad Junghänel und Dietfried Bernet zusammen.

Richard Klein
Richard Klein

Krzysztof Borysiewicz
Krzysztof Borysiewicz

Krzysztof Borysiewicz, Bass, wurde in Warschau geboren und absolvierte dort die Musikhochschule. Danach studierte er bei Carlo Bergonzi an der Accademia Verdiana, Parma. 1996 erhielt er den Grand Prix beim Francisco Vinas Wettbewerb in Barcelona.

Seither gastiert er in mit großem Erfolg in ganz Europa in den wichtigsten Rollen seines Fachs, u. a. am Teatr Wielki (Opera Narodna) in Warschau, am Mainfrankentheater Würzburg, am Salzburger Landestheater, Staatstheater Kassel, bei den Wiener Festwochen, Opera de Lille, Glyndebourne Festival und hat viele renommierte Rollen gesungen, wie den Sarastro, Don Pasquale, König Heinrich, Mephisto, Zaccharia u. a.

In der Spielzeit 2018 ist Krzysztof Borysiewicz als Sarastro am Theater am Goetheplatz in Bremen zu Gast.


Der gebürtige Salzburger Bass Christoph Schöffmann erhielt seine Gesangsausbildung am Mozarteum Salzburg bei Prof. Heather Hartinger und an der Anton Bruckner Privatuniversität bei Robert Holzer.
Der Künstler arbeitet mit Orchestern wie der Camerata Salzburg, dem Mozarteumorchester Salzburg, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, der Klangvereinigung Wien, dem Orchester Salzburg Barock, der Philharmonie Bad Reichenhall oder dem Klangforum Wien zusammen, mit Dirigenten wie Manfred Mayerhofer, Rudolf Buchbinder, Prof. Jànos Czifra, Andrès Orozco-Estrada, Diego Fasolis oder Alois Glassner singen.

Als Solist namhafter Ensembles wie dem Salzburger Bachchor, dem Collegium Vocale Salzburg, dem Ensemble Bachwerk Vokal Salzburg, der Salzburger Dommusik oder der Virgilschola Salzburg kann man Christoph Schöffmann regelmäßig hören.

Christoph Schöffmann ist Begründer und künstlerischer Leiter des Ensembles „Pongau Barock“, das sich der Pflege barocker Musik widmet.

Christoph Schöffmann
Christoph Schöffmann

Barock Orchester
Barock Orchester

Im Orchester Salzburg Barock wirken u. a. Mitglieder des Mozarteum Orchesters und der Camerata Salzburg mit, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben. Das Barockensemble begeistert die Konzertbesucher mit seiner Klangsensibilität und mit dem Farbenreichtum der barocken Originalinstrumente.

Das Vocalensemble Salzburg Barock wurde von Hans-Josef Knaust als Konzertchor insbesondere für die Musik vom Barock bis zur Klassik gegründet und macht auch Ausflüge in die Moderne. Das Ensemble hat sich aus Mitgliedern des Vocalensemble Maria Plain und aus Vokalsolisten/Innen formiert. „Salzburg Barock“ gestaltet Konzerte mit weltlicher und geistlicher Musik, zuletzt W. A. Mozarts Litaniae KV 243, L. v. Beethovens Messe op. 86, J. S. Bachs Johannespassion, Buxtehudes „Membra Jesu“ und die Marienvesper von C. Monteverdi.


Hans-Josef Knaust wurde in Duisburg geboren. Er ist Organist und Chorleiter an der Basilika Maria Plain und unterrichtet Orgel und Improvisation am Referat für Kirchenmusik der Erzdiözese Salzburg.

Er leitet das ‚Vocalensemble Maria Plain‘, das ‚Vocalensemble Salzburg Barock‘ und das ‚Orchester Salzburg Barock‘. Als Organist ist er Gast bei bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Orchester der Bayerischen Staatsoper u. a. bei Produktionen der Salzburger Festspiele, der Bayerischen Staatsoper etc.

Als Konzertorganist widmet er sich insbesondere der Interpretation der Musik zeitgenössischer Komponisten. Als Dirigent verfügt er über ein umfassendes Repertoire von der Alten Musik bis zur Moderne und zeitgenössischen Oper.

Hans-Josef Knaust absolvierte das Studium der Kirchenmusik (Orgel, Chordirigieren und Gesang) in Freiburg i. B., anschließend als DAAD-Stipendiat ein 2-jähriges Orgelkonzertstudium bei André Isoir in Paris sowie weitere Studien am Mozarteum Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt (Alte Musik), Ernst L. Leitner (Komposition) und Michael Gielen (Dirigieren).

Hans-Josef Knaust
Hans-Josef Knaust