Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag


Mittwoch 17. Jänner 2018 • 19:30 Uhr - Haus der Kultur


Schier jeder kennt Gedichte, Prosatexte oder Zitate der großen österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann: ob es der berühmte Satz ist „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ oder der Roman „Malina“ (von Werner Schroeter mit Isabelle Hubbert verfilmt) oder ein Gedicht wie „Erklär mir, Liebe“ oder „Die gestundete Zeit“ – Bachmanns Werk ist im kollektiven Bewusstsein nicht nur österreichischer LeserInnen fest verankert und in Schulbücher eingegangen.

Bis vor kurzem aber wusste niemand, dass das berühmte und vielzitierte Gedicht „Böhmen liegt am Meer“ – von dem Bachmann sagte, sie könne gar nicht glauben, dass sie es selbst geschrieben habe, alles, was ihr Leben und Schreiben ausmache, stehe in diesem Gedicht – auf einer Reise nach Prag entstand und Teil eines bislang unbekannten Zyklus ist.

Die Entstehungsgeschichte ist staunenswert und berührend zugleich: Ein Jahr nach der Trennung von Max Frisch und ihrem Zusammenbruch reiste die Dichterin im Jänner 1964 mit einem jungen Begleiter von Berlin nach Prag. Diese Reise sollte für ihr Leben und Schreiben eine entscheidende Bedeutung erlangen, da sie ihre Zuversicht zum Leben wiedererlangte und von neuem Gedichte schrieb.

Der in Rif lebende Germanist Hans Höller und der aus Italien stammende und in Niederalm lebende Professor der Universität Verona Arturo Larcati, beide Herausgeber der Salzburger Bachmann Edition, haben diesen literarischen Schatz gehoben und seine Entstehungsgeschichte in ihrem Buch „Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag“ nachgezeichnet. Am Mittwoch, 17. Jänner sind sie um 19:30 zu Gast im Haus der Kultur und nehmen uns mit auf eine spannende, einfühlsame und hochpoetische Reise.

Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag
Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag
Hans Höller
Hans Höller
Arturo Larcati
Arturo Larcati

Bilder: Thomas Wozak - wozak.at