Kammermusik Konzert mit Christine-Maria Höller, Violine und Keiko Hattori, Klavier

Sonntag, 28. Oktober 2018, 17.00 Uhr, Haus der Kultur

Auf dem Programm:

Cesar Franck: Sonate in A – Dur

Pablo de Sarasate: Carmen Fantasie op. 2

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Romanze

Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Sonate in D – Dur op. 94a


Christine-Maria Höller

Christine-Maria Höller

Violinunterricht ab dem siebten Lebensjahr. Konzertfach - Studium bei Prof. Erika Lösch und Prof. H. Zehetmair am Mozarteum Salzburg, Abschluss mit Auszeichnung. Postgraduate - Studium bei Prof. Lukas Hagen, weiterführende Ausbildung bei Prof. Igor Ozim. Meisterkurse u.a. bei Shmuel Ashkenazy, Gilles Apap, Rony Rogoff, Leonidas Kavakos. Seit 2002 Lehrtätigkeit am Mozarteum Salzburg. Dozentin bei Violinseminaren in Europa und Südamerika. Mehrfache Preisträgerin bei nationalen und internationalen Violinwettbewerben. Konzertauftritte u. a. in Salzburg/Großes Festspielhaus, Bayreuth, Dortmund / Konzerthaus, Prag / Rudolfinum, München / Prinzregententheater (Cellibidache Festival), Mecklenburg-Vorpommern (Musikfestspiele), Istanbul (Pfingstfestpiele), Argentinien (Festival de Ushuaia), Orvieto / Italien (Klassik Festival), Zagreb / Lisinski Hall, Wien / Musikverein Goldener Saal.

Auftritte als Solistin u. a. mit dem Berner Symphonieorchester, Mozarteum Orchester Salzburg, RSO Prag, Dortmunder Philharmoniker, Westdeutsche Sinfonia, Berliner Symphoniker, Philharmonie Salzburg, Capella Istropolitana, Dvorak Symphonie Orchester Prag, Orquesta Sinfonica De Salta, Moskauer Symphoniker, Bochumer Symphoniker, Norddeutsche Philharmonie, Zagreber Philharmonie.

Weitere Konzertauftritte (Duo, Trio) u. a. mit Lukas Hagen, Markus Tomasi, Rico Gulda, Luca Monti, Keiko Hattori, Irma Kliauzaite-Franc.

Christine-Maria Höller spielt ein breites Spektrum der Musikliteratur. Neben den klassischen Werken widmet sie sich auch intensiv zeitgenössischen Kompositionen, die mehrfach von ihr als Solistin (z.B. beim Cellibidache Festival München, Pfingstfestspiele Salzburg) uraufgeführt wurden.

Keiko Hattori

Keiko Hattori

Die japanische Pianistin Keiko HATTORI zählt durch ihren spektakulären Mehrfach-Sieg bei der Internationalen Telekom Beethoven Competition for Piano in Bonn 2007 zu den erfolgreichsten Pianistinnen junger Generation.

 Während ihres Studiums an der Staatlichen Universität der Künste Tokio und bei Prof. K.-H. Kämmerling an der Universität Mozarteum Salzburg gewann Keiko Hattori bereits zahlreiche renommierte internationale Wettbewerbspreise, unter anderem beim Internationalen Klavierwettbewerb Köln „Stiftung Tomassoni“, beim Internationalen Musikwettbewerb Genf und bei der Internationalen Telekom Beethoven Competition in Bonn.

 Ihre zahlreichen Soloabende, Kammermusikauftritte und Konzerte mit Orchester führten sie bereits in bedeutende Konzertsäle in Europa, in der Persischen Golf-Region und in viele Städte Japans. Außerdem ist sie Gast bei international renommierten Musikfestivals wie dem Internationalen Beethovenfest Bonn, dem Ruhr-Klavierfestival und dem Internationalen Bodenseefestival in Europa und Japan. Die Aufnahmen ihrer Auftritte wurden bereits in verschiedenen Radioprogrammen im In– und Ausland ausgestrahlt.

 Als Solistin trat sie mit dem WDR Rundrunkorchester Köln, dem Beethoven Orchester Bonn, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, der Klassischen Philharmonie Bonn, der Polnischen Staatsphilharmonie Tschenstochau und der Baltischen Philharmonie unter den irigenten Peter Gülke, Heribert Beissel, Roman Kofman, Stefan Blunier und Jerzy Salwarowski auf. Auf dem Gebiet Kammermusik musizierte sie mit namhaften Musikern wie Mischa Maisky, Stephan Picard, Christine-Maria Höller, Harriet Krijgh, Mathias Johansen und dem Asasello Quartett.


Zu den Werken:

Cesar Franck / Sonate in A – Dur

Cesar Franck (*10. Dez. 1822 in Lüttich, ᵻ 8. Nov. 1890 in Paris) gilt als einer der bedeutendsten französischen Komponisten, Lehrer und Organisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

 Die im Sommer 1886 komponierte Sonate in A – Dur folgt der Idee eines Molto – Themas, das sich zyklisch durch alle Sätze zieht, ebenso eng, aber weniger streng als Francks Klavierquintett oder seine große d – Moll Sinfonie. Während sich in diesen Werken das Motte wie eine Art Idée fixe über alle Themen legt, kann man in den vier Sätzen der Violinsonate lediglich Querverweise auf das Hauptthema des Kopfsatzes finden. Im Beginn des Allegretto ben moderato ist schon das ganze hochromantische Wesen der Sonate ausgeprägt: „in jenem weichen Nonakkord des Klaviers, aus dessen Stufen die Geige ein schönes, wiegendes Thema gewinnt. Eindrucksvoll ist dieses schwebende Klangbild….“(Marcel Proust). Der ganze Satz wirkt wie ein Vorspiel zu dem in leidenschaftlicher Bewegung sich entfaltenden zweiten Satz (Allegro d – Moll)

Der dritte Teil der Sonate beginnt in träumerischer Versunkenheit mit einem ´Rezitativo´, das in eine lichte, gesangliche ´Fantasia´ von charakteristisch weichem, jedoch intensivem Ausdruck ausmündet. Dann folgt mit dem Finale der zweite bewegte Satz des Werks (Allegretto poco mosso), in hellem A – Dur erstrahlend, frei von leidenschaftlichen Zügen, aber belebt von Rückerinnerungen an den zweiten Satz.

Franck hat die Sonate Eugéne Ysaӱe gewidmet, der sie im Dezember 1886 in Brüssel uraufführte, von wo sie dann rasch ihren Siegeszug um die Welt antrat.


Pablo de Sarasate / Carmen Fantasie op. 25

Pablo de Sarasate (* 10. März 1844, ᵻ 20. Sept. 1908 in Biarritz) war ein spanischer Geiger und Komponist. Er komponierte hauptsächlich virtuose Geigenliteratur und war den größten Teil seines Lebens als Solist auf Tournee und als Virtuose weltberühmt.

Um 1883 komponiert, passt diese Konzertfantasie über die spanischste aller Opern, Bizets Carmen, zu Sarasates Vorliebe für spanische Tänze und Zigeunerweisen. Instinktiv erfasste er den authentischen Reiz von Bizets Melodien, die er in ein Feuerwerk aus inspirierten Passagen und lang ausgesponnenen Melodiebögen verwandelte.


Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch / Romanze

Dimitri Schostakowitsch ( * 25. September 1906 in St. Petersburg, ᵻ 9. Aug. 1975 in Moskau) war einer der bedeutendsten Komponisten, Pianisten und Pädagogen der Sowjetzeit. Neben 15 Sinfonien, Instrumentalkonzerten, Bühnenwerken und Filmmusik komponierte er 15 Streichquartette, die zu den Hauptwerken des Kammermusikrepertoires aus dem 20. Jahrhundert zählen.

Die Romanze op. 97a ist der bekannteste Satz aus der Filmmusik, die Schostakowitsch für den russischen Mantel- und Degen-Film „Die Hornisse“ aus dem Jahr 1955 komponierte.


Sergei Sergejewitsch Prokofjew / Sonate in D – Dur op. 94a

Der Pianist, Dirigent und Komponist S. Prokofjew (* 11. April 1891 auf Gut Sonzwik, ᵻ 5. März 1953 in Moskau) gilt heute als bedeutender Komponist und Klassiker der Moderne.

Für seine zweite, 1944 komponierte Violinsonate op. 94a – zeitlich vor der ersten entstanden - diente ein erfolgreiches Flötenwerk als Grundlage. Prokofjew selbst benannte sie in seinem Tagebuch als eine Sonate "in zartem, flüssigem klassischem Stil".

Die Flötensonate wurde für den vor den Reglementierungen der stalinistischen Kulturbehörden geplagten und den Kriegswirren nach Molotow evakuierten Komponisten zum Erfolg. Besonders David Oistrach gefiel sie sehr, und der Geiger bat Prokofjew um eine Bearbeitung des Werks für Violine und Klavier. Diese sogenannte zweite Violinsonate op. 94a ist zwar aus der Flötensonate hervorgegangen, unterscheidet sich jedoch von dieser in manchen Punkten wesentlich, nämlich überall dort, wo sie dem Instrument Violine quasi auf den Leib geschneidert wurde. Großen Anteil an dem Werk trug nämlich Oistrach selbst, der Prokofjew geigerisch beriet und so mit der Bearbeitung auch alle virtuosen und technischen Möglichkeiten ins Spiel brachte. Über diese Zusammenarbeit berichtete der Komponist: "Die Arbeit war nicht sehr schwierig, denn wir fanden bald, dass der Flötenpart sehr leicht der Geigentechnik angepasst werden konnte; es waren nur einige Änderungen mit Rücksicht auf die Bogenführung nötig; der Klavierpart blieb unverändert." Die Uraufführung durch Oistrach in Moskau am 17. Juni 1944 jedenfalls geriet zu einem großen Erfolg für Komponist und Interpret.