I see you - Portraits von Thomas Wozak


Sonntag, 29. April 2018 • 17.00 Uhr - Haus der Kultur Anif

Bilder: Peter Schlager


Bilder: Magdalena Haberpeuntner


I SEE YOU“ ist der Titel der Ausstellung von Thomas Wozak, die heute eröffnet wird, und die längste Zeit bezog ich das Motto nur auf mich als Betrachter. Erst nach mehrmaligem Prüfen der Photos fiel mir auf, dass ein Großteil der abgebildeten Personen – in der Mehrzahl Frauen – mich als Betrachter ins Visier nehmen, und selbst wenn sie dies nicht tun – ihre Posen verraten, dass sie an mich denken und mich meinen.

Selbstverständlich ist sich ein Model stets bewusst, dass es photographiert oder gemalt wird – das ist eine Binsenweisheit, über die wir nicht zu diskutieren brauchen –, aber die Art, wie sie sich bei Thomas Wozak in Szene setzen bzw. in Szene gesetzt werden, ist derart forciert, dass ich mich als Betrachter immer miteinbezogen fühle.


Anders als bei dem Weichzeichner David Hamilton, dessen Modelle nicht nur blutjung, sondern auch immer verträumt und mit sich selbst beschäftigt scheinen und mich zum Voyeur machen, oder bei Helmut Newton mit seinem sexuell aufgeladenen Blick, der seine Modelle nicht selten zum reinen Objekt der Begierde verkommen lässt, sind Wozaks Frauen fast durchwegs stark wenn nicht gar dominant, reizen und reizen bisweilen zum Widerspruch.

Dies zeigte sich bei der Diskussion im Vorfeld der Ausstellung, als es im Team von Anif.Kultur vereinzelt Bedenken gegenüber manchen Sujets gab: Wozaks Photos lassen einen nicht kalt, sie können verstören oder gar stören, sie mögen Anstoß erregen, ohne anstößig zu sein, sie lassen einen aber auch staunen und manchmal sogar schmunzeln. Vor allen Dingen aber sind sie perfekt gemacht; und das hat einerseits mit seinem Können und theoretischen Wissen zu tun, andererseits aber auch mit seinem Feingefühl und seiner Liebe zum Objekt. Nie würde er seine Modelle in eine peinliche
oder desavouierende Szenerie stellen, nicht selten aber spielt er mit dem Provokativen einer Pose, einer Geste, eines Blicks und häufig tut sich dabei eine Falltür auf und man befindet sich unversehens auf einer Metaebene, mit der man nicht gerechnet hat.


I SEE YOU“ bietet also viele Möglichkeiten, sich an einer bunten, manchmal grellen, an Werbephotos orientierten Oberfläche zu ergötzen und darüber zu diskutieren, was gefällt und was nicht und vor allem warum und warum nicht – „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“, wusste schon Thukydides im fünften vorchristlichen Jahrhundert –, aber auch in den Subtext vieler von Wozaks Photographien einzutauchen und dabei sich selbst als Betrachter, vor allem
aber den eigenen Blick neu zu sehen.


Henri Cartier-Bresson hat einmal gesagt: „Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.” Nun, Wozaks Photos kann man gerne mehr als eine Sekunde betrachten und das mit Gewinn.

Christoph Janacs


Das pralle Leben, bunt, schrill, außergewöhnliche Bilder von außergewöhnlichen Frauen.

"Konzeptfotograf" war eines der größten Komplimente eines ganz großen Fotografen der Peoplefotografie für den Anifer Fotografen Thomas Wozak, der unter dem Namen „wozart“ seine Phantasien fotografisch umsetzt.

Immer etwas provokant, aber niemals schwach, so sollen seine Models erscheinen!

 

Thomas Wozak
wer noch mehr von wozart verkraftet, klickt einfach auf das Bild!