Flügel Einweihung – Kammermusik-Konzert


Sonntag 22. Jänner 2017 • 17:00 Uhr - Haus der Kultur

Univ.-Prof. Pavel Gililov, Klavier
Univ.-Prof. Clemens Hagen, Violoncello

Mit der Hilfe von 65 Sponsoren und mit der Unterstützung der Gemeinde Anif konnte der großartige Bösendorfer Imperial Flügel erworben werden. Mit diesem Instrument wird Anif.Kultur neue Saiten anschlagen, denn es eröffnet Konzerte mit Weltklasse-Niveau.

Anif.Kultur bedankt sich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Klavierprojekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte und insbesondere auch bei Prof. Pavel Gililov und Prof. Clemens Hagen für diesen großartigen Auftakt.


Univ.-Prof. Pavel Gililov

Pavel Gililov wurde in Donezk, Ukraine geboren und erhielt den ersten Klavierunterricht bei seinem Vater. Er absolvierte ein Studium an einer Spezialschule für hochbegabte Kinder in St. Petersburg wo auch Musiker wie Boris Pergamenschikow, Gidon Kremer, Mischa Maisky und Grigory Sokolov waren.

Während des Studiums wurde Pavel Gililov Preisträger des Nationalen Klavierwettbewerbs in Moskau (1972) und des Internationalen Chopin Wettbewerbs in Warschau (1975). Darauf folgte eine intensive Konzerttätigkeit in der Sowjetunion und im sozialistischen Ausland. Nach seinem Abschluss 1976 wurde er am St. Petersburger Konservatorium als jüngster Dozent für das Konzertfach Klavier aufgenommen. Aufgrund des politischen Drucks beantragte Pavel Gililov 1978 die Ausreise und emigrierte zunächst nach Österreich und dann nach Deutschland. In Köln setzte er seine pädagogische Arbeit fort.

Gleich nach der Übersiedlung in den Westen gewann er den internationalen „G.B. Viotti“ Wettbewerb in Vercello, Italien und begann damit eine neue Phase in seinem Konzertleben, zahlreiche Solo- sowie Orchesterkonzerte folgten. Er konzertierte u.a. mit den Philharmonischen Orchestern Leningrad, Moskau und Warschau, dem Polnischen Rundfunkorchester, Philharmonia Hungarica, Wiener Symphoniker, Netherlands Philharmonic Orchestra, Berliner Philharmonisches Kammerorchester, Gürzenich Orchester Köln, RAI-Turin, Detroit Chamber Orchestra unter Dirigenten wie Lawrence Foster, Andris Jansons, Valery Gergiev und James Conlon.

Seine Engagements führten ihn in die wichtigsten Kulturmetropolen, so spielte er in der Berliner Philharmonie, Alte Oper Frankfurt, Musikverein Wien, La Scala Mailand, Teatro Real Madrid, Palao de la Musica Barcelona, Concertgebouw Amsterdam, Tonhalle Zürich, Palais des Beaux-Art Brüssel, Teatro Cologne Buenos Aires u.v.m. Zahlreiche CD- und Rundfunkaufnahmen für die Deutsche Grammophon, RCA Victor, Toshiba EMI, Virgin, Orfeo u.a. belegen sein vielfältiges musikalisches Schaffen.

Pavel Gililov war und ist gerngesehener Gast bei bedeutenden Festivals wie Edinburgh, Newport, Schleswig-Holstein, Rheingau, bei den Salzburger und Ludwigsburger Festspielen und vielen anderen. Mehrere Werke zeitgenössischer Komponisten sind Gililov gewidmet und von ihm uraufgeführt.

Neben der solistischen Konzerttätigkeit widmet sich Pavel Giliov mit großer Leidenschaft auch der Kammermusik. Mit Boris Pergamenschikow gründete er ein Duo, das weltweite Anerkennung genoss und viele Einspielungen hinterließ, und gründete das Gililov Klavierquartett (früher Berliner Philharmonisches Klavierquartett).

Pavel Gililov hat seine Konzerttätigkeit immer erfolgreich mit seiner pädagogischen Tätigkeit verbunden. Als Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und am Mozarteum Salzburg bildete er zahlreiche internationale Preisträger aus, die in der ganzen Welt erfolgreich konzertieren. Er gibt weltweit Meisterkurse für junge Pianisten und leitete über mehrere Jahre hinweg die Sommerakademie Lausanne. Zudem ist er bei vielen internationalen Klavierwettbewerben Mitglied der Jury. 2005 gründete er die Telekom Beethoven Competition Bonn, deren künstlerischer Leiter und Jury-Präsident er bis heute ist.

Clemens Hagen

Der Cellist Clemens Hagen stammt aus einer Salzburger Musikerfamilie und begann im Alter von sechs Jahren Cello zu spielen. Zwei Jahre später begann er bereits sein Studium an der Universität Mozarteum und wechselte später an das Basler Konservatorium.

Zu seinen Lehrern zählen Wilfried Tachezi und Heinrich Schiff. Neben zahlreichen 1. Preisen bei „Jugend musiziert“ erhielt er 1983 den Spezialpreis der Wr. Philharmoniker sowie den Dr. Karl-Böhm Preis.
Als Solist konzertierte Clemens Hagen mit international renommierten Orchestern wie dem Berliner Philharmonischen Orchester, den Wiener Philharmonikern, Wiener Symphonikern, dem Concertgebouw Orchester, der Camerata Salzburg, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Chamber Orchestra of Europe, dem SWR Freiburg, dem NHK Orchester Tokyo, sowie dem Cleveland und Houston Orchestra unter Dirigenten wie C. Abbado, N. Harnoncourt, F. Welser-Möst, I. Metzmacher, H. Stein, S. Vegh, D. Harding, Z. Kocsis, und S. Cambreling. Es bestehen live CD-Aufnahmen von Brahms Doppelkonzert mit G. Kremer, N. Harnoncourt und dem Concertgebouw Orchester Amsterdam sowie von Beethovens Tripelkonzert mit Zehetmair, Aimard, Harnoncourt und dem Chamber Orchestra of Europe. Mit Paul Gulda spielte Clemens Hagen sämtliche Werke von Beethoven auf Violoncello und Klavier ein.


Als wesentliche Ergänzung seiner solistischen Tätigkeit betrachtet Clemens Hagen die Kammermusik - zu nennen ist an erster Stelle das Hagen Quartett mit dem er seit 30 Jahren konzertiert und mit welchem er für die Deutsche Grammophon über 45 CDs eingespielt hat. Weitere Kammermusikpartner sind G. Kremer, L. Kavakos, M. Vengerov, C. Tetzlaff, E. Kissin, M. Uchida, M. Argerich, H. Grimaud, ,K. Gerstein, S. Vladar, L. O. Andsnes und S. Meyer.

Seit 2003 ist er Mitglied in dem von Claudio Abbado gegründeten Festival Orchester Luzern. Clemens Hagen unterrichtet seit 1988 an der Universität Mozarteum Salzburg Violoncello und Kammermusik, wo er in den ersten Jahren Assistent von H. Schiff war. 2002 ist er an der Universität Mozarteum habilitiert worden und seit 2003 ist er Professor an dieser Institution. Clemens Hagen spielt ein Violoncello von Antonius Stradivari von 1698.


Bilder: www.neumayr.cc


„Sowas hat Anif noch nie gehört“, sagte Bürgermeisterin Mag. Gabi Gehmacher nach dem Premierenkonzert mit dem Bösen-dorfer Imperial am 22. Jänner im Haus der Kultur.

Mozarteum-Klavierprofessor Pavel Gililov, der im Ort lebt, hat mit Beethoven, Schumann und Schostakowitsch das neue musikalische Schmuckstück von Anif eingeweiht.

„Den Flügel hätte ich selber gern. Er ermöglicht Konzerte auf Weltklasse-Niveau“, meinte der Virtuose. Sein Partner beim Premierenkonzert im bummvollen Kultursaal war der Salzburger Star-Cellist Clemens Hagen.

Die Kosten für das Instrument kamen durch „Tasten-Patenschaften“ der Bevölkerung, Benefizkonzerte bis in die USA sowie durch einen Gemeindezuschuss zusammen. Diesen hatte noch der vor 2 Jahren verstorbene Bürgermeister Dr. Hans Krüger Anif.Kultur zugesagt.

„Für unser Haus der Kultur war nur das Beste gut genug“, betonte Dr. Martin J. Nüchtern von Anif.Kultur. Gemeinsam mit den Vereinskollegen Dr. Mario Gimona, Dr. Reinhard von Aufschnaiter und Hans-Josef Knaust hat er die Anschaffung organisiert. Bis zum Sommer hat Anif.Kultur bereits eine ganze Reihe hochkarätiger Kammerkonzerte mit dem Bösendorfer vorbereitet. Text & Foto: Dr. Michael J. Mayr